Heute habe ich ein Tageswerk vollbracht. Ich habe die gefühlt 125. Überarbeitungsrunde abgeschlossen und bei der abschließenden Rechtschreibprüfung doch tatsächlich immer noch 12 Fehler entdeckt. Ich mag die Funktion des Gehirns, Flheer autoamicsih zu kroiregiern, überhaupt nicht.
War doch jetzt noch halbwegs lesbar, oder? Eben. Und dann soll man mal fehlende oder falsche Buchstaben in Worten finden! Vor allem im eigenen Text. Spitze!!
Deshalb braucht die Welt Betaleser. Genau deshalb.
Mein abschließendes Fazit ist durchweg positiv. Am Anfang bin ich manchmal nicht sicher gewesen, ob ich nicht vielleicht doch eine Komödie schreibe, weil Jack einfach immer so urkomische Dinge tut. Ich lache auch immer noch an denselben Stellen, was mir verrät, daß die wohl wirklich funktionieren.
Augenblicke später war Gregorys Bruder oben und spähte übertrieben neugierig durch die Wohnungstür. „Ah, there she is“, sagte er und grinste freundlich in meine Richtung. Ich war irritiert, daß er mich auf Englisch ansprach, begrüßte ihn dann aber genauso.
„Und, hast du sie schon flachgelegt?“ war das Erste, was er zu seinem Bruder sagte. Während Gregory die Augen verdrehte und leicht mit dem Kopf gegen die Tür schlug, bekam ich einen Lachanfall.
Dann bemerkte Jack seinen Fehler. Er fluchte derb und errötete vor Scham. „Verdammt, nein ... Ist das peinlich!“
This is Jack. Wie er leibt und lebt. Jack braucht eine Schürze, wenn er Pommes macht und er begrüßt auch die deutsche Freundin seines Bruders gern auf Englisch, obwohl er ja selbst Deutsch kann. Er liebt es ganz allgemein, mit Köpper in Fett-Seen zu springen.
Aber die Sorge, daß es zu lustig ist, hatte sich dann bald erledigt. Meine Überarbeitung mit englandspezifischen Details hatte sich auch relativ früh erledigt - das war in dem Teil, wo noch alles schön und friedlich war. Beim Lesen habe ich aber deutlich gemerkt, wie bald die Stimmung kippte und besonders die Ergänzungen aus der letzten Überarbeitungsrunde tun ihr Übriges, um den Spannungsbogen richtig schön zu ziehen und deutlich zu machen, daß man unvermeidlich auf die Katastrophe zusteuert.
Ich weiß nicht, wie oft ich den Höhepunkt des Ganzen mittlerweile gelesen und überarbeitet habe, aber er zieht immer noch. Ich staune immer noch darüber, daß Andrea ganz ruhig bleibt, als sie dem Mann gegenübersteht, den sie so fürchtet wie nichts auf der Welt. (Ja, meine Charaktere tun grundsätzlich, was sie wollen.)
Ich stürzte mit meinen beiden kläglichen Waffen auf ihn zu, nicht wissend, was ich überhaupt tun sollte. Er nahm mir die Entscheidung ab, indem er mit dem Messer in der Hand einen Schritt auf mich zu machte und mir ganz geschickt die Klinge an die Kehle hielt, noch bevor ich ihn angreifen konnte.
„Laß das fallen“, befahl er mir. Ich tat es. Ich hatte seine Aufmerksamkeit. Greg störte ihn nicht mehr. Mein Herz raste. Erst jetzt wurde mir klar, was ich da heraufbeschworen hatte.
Das ist ja auch nur der ganz brave liebe kleine harmlose Anfang. Das wird noch schlimm. Und es ist durch meine Überarbeitungen nicht freundlicher geworden!
Jedenfalls bin ich jetzt zufrieden. In der Fassung könnte "Am Abgrund seiner Seele" etwas taugen, um irgendwo vorgestellt und angeboten zu werden. Mit der Fassung, die ich im Dezember geschrieben habe, hat sie jedenfalls nicht mehr viel zu tun.
Jetzt ist auch wieder Zeit, um zu schreiben. Ich hecke da was aus, was mich schon eine Weile beschäftigt und was in "Knights of Truth" zwar angesprochen wurde, aber eigentlich nur die Spitze des Eisbergs ist: Wie kommt Andrea eigentlich mit alldem zurecht?
Es ist Brainstorming-Zeit...
Donnerstag, 2. September 2010
Aller guten Dinge sind ... 125!
Montag, 30. August 2010
Fragen über Fragen
Kategorie: Tageswerk. Eigentlich ist es frech von mir, zu behaupten, daß dieser Eintrag da reingehört, denn ich habe kein Tageswerk vollbracht. Aber darüber darf man auch reden. Muß man reden. Auch Autoren schreiben nicht immer! Das heißt nicht unbedingt, daß ich glücklich damit bin.
Aber was ist der Grund? Ich habe ja nun Semesterferien. Uneingeschränkt. Ich bin aus dem Urlaub zurück und hätte da nicht nur eine Menge zu überarbeiten, sondern habe auch alles, was ich dafür brauche. Allerdings stehe ich mir selbst im Weg. Ich würde nämlich auch schreiben wollen und ich hab sogar Ideen, aber ich bin heute nicht mal zum Brainstorming gekommen. Ich bin zu gar nichts gekommen. Ich habe weder überarbeitet, noch geschrieben.
Vielleicht, weil ich beides wollte. Deshalb hab ich mit nix von beidem angefangen. Nicht gut in dem Zusammenhang ist auch die Tatsache, daß ich jetzt den gaaaaanzen Tag Zeit habe. Dann fängt man nie an, weil "man ja noch so viel Zeit hat".
Das ist alles Mist! Definitiv. Ich muß dringend ein bißchen Brainstorming betreiben und das aufteilen - ein bißchen schreiben und ein bißchen überarbeiten. Oder erst überarbeiten und dann schreiben?
Aber was ist der Grund? Ich habe ja nun Semesterferien. Uneingeschränkt. Ich bin aus dem Urlaub zurück und hätte da nicht nur eine Menge zu überarbeiten, sondern habe auch alles, was ich dafür brauche. Allerdings stehe ich mir selbst im Weg. Ich würde nämlich auch schreiben wollen und ich hab sogar Ideen, aber ich bin heute nicht mal zum Brainstorming gekommen. Ich bin zu gar nichts gekommen. Ich habe weder überarbeitet, noch geschrieben.
Vielleicht, weil ich beides wollte. Deshalb hab ich mit nix von beidem angefangen. Nicht gut in dem Zusammenhang ist auch die Tatsache, daß ich jetzt den gaaaaanzen Tag Zeit habe. Dann fängt man nie an, weil "man ja noch so viel Zeit hat".
Das ist alles Mist! Definitiv. Ich muß dringend ein bißchen Brainstorming betreiben und das aufteilen - ein bißchen schreiben und ein bißchen überarbeiten. Oder erst überarbeiten und dann schreiben?
Freitag, 27. August 2010
This is Norwich
Mein Urlaub in England ist fast zuende; im Augenblick nutze ich das WLAN in unserem Hotel in York. Wohlwissend, daß ich ihn brauchen würde, habe ich nämlich meinen Laptop mitgenommen und möchte von meinem Besuch in Norwich letzten Samstag berichten.
Was Recherche angeht, hätte ich theoretisch vorm Schreiben von "Am Abgrund seiner Seele" herkommen müssen - könnte man sagen. Tatsächlich kann ich das aber nicht bestätigen, denn ich habe ja immer wieder das Internet bemüht und zudem überraschend viele Punktlandungen hingelegt.
Die University of East Anglia sieht nicht so aus, wie ich sie mir vorgestellt habe. Das Foto auf der Internetseite der Uni, das ich noch im Kopf habe, ließ mich eher an eine altehrwürdige Uni wie in Cambridge (eine der vielen) denken.
Die UEA ist viel moderner und um einiges größer. Praktisch für meine Anforderungen ist, daß es verdammt viele und weitläufige Grünflächen gibt...

Wir liefen einfach quer über die Wiese an der benachbarten Residence mit Namen Nelson Court vorbei. Ich fand, Residence klang vornehmer als Wohnheim. Ich verstand nur nicht ganz den Namenskult, der darum betrieben wurde. Es gab sogar Victory House, dessen Bewohner sich öfters Witze deshalb anhören mußten. Colman House, mein Zuhause, lag ein wenig abgelegen mitten im Grünen.
Wer nicht zur Eröffnungsparty des Semesters kam, war selbst schuld und außerdem lag die Universität außerhalb der Stadt. Sie war ein eigener Mikrokosmos, in dem ich mich nicht gleich zurechtgefunden hatte. Der moderne Campus mit den hellen Fassaden war ziemlich weitläufig und verfügte über viele Grünflächen, die für eine Auflockerung der nüchternen, wissenschaftlichen Atmosphäre sorgten.
Wir betraten das Union House und schlängelten uns zwischen teilweise recht schrill gekleideten Partygästen mit biergefüllten Plastikbechern in den Händen vorbei in den Keller unter der Mensa.
Ich habe mir auch den Lageplan genau angeschaut und ein paar Anpassungen im Text vorgenommen, um die Ereignisse ein bißchen besser an die tatsächlichen Gegebenheiten anzupassen - zum Beispiel in der Szene, wo Andrea bei der Vergewaltigung dazwischengeht. Den Ort und den Ablauf habe ich ein wenig verändert.

Was hingegen perfekt gepaßt hat, war das Wohnheim. Es gibt mehrere Häuser, die über den Campus verstreut sind; darunter einige, die genau so sind, wie ich mir das gedacht habe. Neben dem Campus, etwas abgelegen, mit Parkplatz und Bushaltestelle in der Nähe usw.


Ich kann jetzt allem einen präzisen Namen geben und finde, daß es alles lebendiger und echter wirken läßt. Das gefällt mir gut.
Auch Norwich an sich hat bei mir einen Eindruck hinterlassen - es ist eine hübsche kleine Stadt, etwas ländlich, ziemlich malerisch und ruhig. Kleinstädtisch eher. Das ist ein großer Kontrast zu dem, was ich da passieren lasse...

Norwich war nicht sonderlich außergewöhnlich, wenn man von der malerischen Lage neben den weitläufigen Broads und der wunderschönen Kathedrale absah. Es war eine ländlich und familiär anmutende Stadt mit gepflegten, mitunter historischen backsteinverkleideten Häusern und engen Straßen. Mit dem Linksverkehr hatte ich immer noch meine Probleme und mit dem Essen genauso, aber bisher waren alle Tötungsversuche seitens der Mensa gescheitert. Aber auch, wenn ich die kulinarischen Vorlieben der Engländer immer noch nicht ganz durchschaut hatte, mochte ich ihre aufgeschlossene, warmherzige Mentalität und ihren Hang zum Kitsch.
am Ufer des Wensum

Elm Hill

Norwich Cathedral

Danach habe ich die Broads besucht. Dabei handelt es sich um einen Nationalpark - verdammt groß und teilweise sehr unzugänglich - also ziemlich perfekt. Und sehr idyllisch.


Ich habe mir auch die A47 angeschaut, die ich eingebaut habe - völlig zu Recht, denn sie führt vom Süden Norwichs mitten in die Broads und ist der Weg der Wahl für meinen Mörder.

Auf dem Rückweg zur Stadt habe ich auf einem Schild den Hinweis auf Swardeston entdeckt - damit habe ich einen Glückstreffer gelandet. Das ist ein klitzekleines Dorf außerhalb der Stadt, das exakt so aussieht, wie ich es mir vorgestellt habe. Klein, entlegen, weitläufige, zugewucherte Grundstücke... da würde niemand etwas merken.

Zuguterletzt habe ich mir noch den Bahnhof angeschaut, der ja immerhin auch mehrmals (wenn man an die Nachfolgergeschichten denkt) vorkommt. Winzig! Sechs Gleise, Endbahnhof, mehr nicht.


Der Bahnhof von Norwich war mit seinen sechs Gleisen nicht sonderlich groß und die Schienen führten auch nur in eine Richtung. Die Sonne erleuchtete das Innere des Bahnhofs durch die Glasscheiben auf dem Dach. Wenig später saßen wir im Zug und fuhren durch das ländliche Gebiet von East Anglia. Sanfte Hügel und abgeerntete Felder erstreckten sich, so weit das Auge reichte. Vereinzelte Bäume und Strommasten unterbrachen das Einerlei, ebenso wie die verstreuten Ortschaften auf dem Land.
Ich bin jedenfalls froh, daß ich meinen Laptop hier habe, denn erwartungsgemäß war das verdammt inspirierend und ich habe längst angefangen, alles umzuschreiben und anzupassen. Das ist gar nicht weiter schwierig, hat aber einen riesigen Effekt. Die Studentenwohnheime haben zum Beispiel Namen, über die sich gut etwas schreiben läßt, und ganz insgesamt ist es nicht schlecht, in England zu sitzen und genau zu wissen, wie alles aussieht. Dann muß man es sich nicht erst vorstellen!
Was Recherche angeht, hätte ich theoretisch vorm Schreiben von "Am Abgrund seiner Seele" herkommen müssen - könnte man sagen. Tatsächlich kann ich das aber nicht bestätigen, denn ich habe ja immer wieder das Internet bemüht und zudem überraschend viele Punktlandungen hingelegt.
Die University of East Anglia sieht nicht so aus, wie ich sie mir vorgestellt habe. Das Foto auf der Internetseite der Uni, das ich noch im Kopf habe, ließ mich eher an eine altehrwürdige Uni wie in Cambridge (eine der vielen) denken.
Die UEA ist viel moderner und um einiges größer. Praktisch für meine Anforderungen ist, daß es verdammt viele und weitläufige Grünflächen gibt...
Wir liefen einfach quer über die Wiese an der benachbarten Residence mit Namen Nelson Court vorbei. Ich fand, Residence klang vornehmer als Wohnheim. Ich verstand nur nicht ganz den Namenskult, der darum betrieben wurde. Es gab sogar Victory House, dessen Bewohner sich öfters Witze deshalb anhören mußten. Colman House, mein Zuhause, lag ein wenig abgelegen mitten im Grünen.
Wer nicht zur Eröffnungsparty des Semesters kam, war selbst schuld und außerdem lag die Universität außerhalb der Stadt. Sie war ein eigener Mikrokosmos, in dem ich mich nicht gleich zurechtgefunden hatte. Der moderne Campus mit den hellen Fassaden war ziemlich weitläufig und verfügte über viele Grünflächen, die für eine Auflockerung der nüchternen, wissenschaftlichen Atmosphäre sorgten.
Wir betraten das Union House und schlängelten uns zwischen teilweise recht schrill gekleideten Partygästen mit biergefüllten Plastikbechern in den Händen vorbei in den Keller unter der Mensa.
Ich habe mir auch den Lageplan genau angeschaut und ein paar Anpassungen im Text vorgenommen, um die Ereignisse ein bißchen besser an die tatsächlichen Gegebenheiten anzupassen - zum Beispiel in der Szene, wo Andrea bei der Vergewaltigung dazwischengeht. Den Ort und den Ablauf habe ich ein wenig verändert.
Was hingegen perfekt gepaßt hat, war das Wohnheim. Es gibt mehrere Häuser, die über den Campus verstreut sind; darunter einige, die genau so sind, wie ich mir das gedacht habe. Neben dem Campus, etwas abgelegen, mit Parkplatz und Bushaltestelle in der Nähe usw.
Ich kann jetzt allem einen präzisen Namen geben und finde, daß es alles lebendiger und echter wirken läßt. Das gefällt mir gut.
Auch Norwich an sich hat bei mir einen Eindruck hinterlassen - es ist eine hübsche kleine Stadt, etwas ländlich, ziemlich malerisch und ruhig. Kleinstädtisch eher. Das ist ein großer Kontrast zu dem, was ich da passieren lasse...
Norwich war nicht sonderlich außergewöhnlich, wenn man von der malerischen Lage neben den weitläufigen Broads und der wunderschönen Kathedrale absah. Es war eine ländlich und familiär anmutende Stadt mit gepflegten, mitunter historischen backsteinverkleideten Häusern und engen Straßen. Mit dem Linksverkehr hatte ich immer noch meine Probleme und mit dem Essen genauso, aber bisher waren alle Tötungsversuche seitens der Mensa gescheitert. Aber auch, wenn ich die kulinarischen Vorlieben der Engländer immer noch nicht ganz durchschaut hatte, mochte ich ihre aufgeschlossene, warmherzige Mentalität und ihren Hang zum Kitsch.
am Ufer des Wensum
Elm Hill
Norwich Cathedral
Danach habe ich die Broads besucht. Dabei handelt es sich um einen Nationalpark - verdammt groß und teilweise sehr unzugänglich - also ziemlich perfekt. Und sehr idyllisch.
Ich habe mir auch die A47 angeschaut, die ich eingebaut habe - völlig zu Recht, denn sie führt vom Süden Norwichs mitten in die Broads und ist der Weg der Wahl für meinen Mörder.
Auf dem Rückweg zur Stadt habe ich auf einem Schild den Hinweis auf Swardeston entdeckt - damit habe ich einen Glückstreffer gelandet. Das ist ein klitzekleines Dorf außerhalb der Stadt, das exakt so aussieht, wie ich es mir vorgestellt habe. Klein, entlegen, weitläufige, zugewucherte Grundstücke... da würde niemand etwas merken.
Zuguterletzt habe ich mir noch den Bahnhof angeschaut, der ja immerhin auch mehrmals (wenn man an die Nachfolgergeschichten denkt) vorkommt. Winzig! Sechs Gleise, Endbahnhof, mehr nicht.
Der Bahnhof von Norwich war mit seinen sechs Gleisen nicht sonderlich groß und die Schienen führten auch nur in eine Richtung. Die Sonne erleuchtete das Innere des Bahnhofs durch die Glasscheiben auf dem Dach. Wenig später saßen wir im Zug und fuhren durch das ländliche Gebiet von East Anglia. Sanfte Hügel und abgeerntete Felder erstreckten sich, so weit das Auge reichte. Vereinzelte Bäume und Strommasten unterbrachen das Einerlei, ebenso wie die verstreuten Ortschaften auf dem Land.
Ich bin jedenfalls froh, daß ich meinen Laptop hier habe, denn erwartungsgemäß war das verdammt inspirierend und ich habe längst angefangen, alles umzuschreiben und anzupassen. Das ist gar nicht weiter schwierig, hat aber einen riesigen Effekt. Die Studentenwohnheime haben zum Beispiel Namen, über die sich gut etwas schreiben läßt, und ganz insgesamt ist es nicht schlecht, in England zu sitzen und genau zu wissen, wie alles aussieht. Dann muß man es sich nicht erst vorstellen!
Mittwoch, 4. August 2010
Guter Dinge
Es hat sich bemerkbar gemacht, daß ich aufgrund der Klausuren nicht mehr kontinuierlich gelesen habe. Bei der Weihnachtsszene habe ich aufgehört, weil danach ein ziemlicher Bruch folgt. Einerseits war das eine gute Idee, aber andererseits merkt man den Bruch dann natürlich nicht mehr richtig.
Ich hab dann einfach den Schluß nochmal gelesen und bin ziemlich sicher, daß jetzt alles so ist, wie es sein sollte. Es gab Stellen, an denen ich mich vor mir selbst erschreckt habe - das ist gut. Da bin ich mir auch ziemlich sicher, daß die funktionieren. Wenn die mich sogar noch schocken können, klappt das beim Leser auch.
Irgendwie ist diese Geschichte etwas Besonderes. Schade, daß ich selbst nicht beurteilen kann, ob sie spannend ist. Auf jeden Fall beantwortet sie die Frage, wie man sich wohl fühlt, wenn man weiß, daß ein Serienmörder hinter einem her ist. Gruselig!
Jetzt kann ich beruhigt wieder für meine Klausuren lernen. Das war gute Arbeit!
Ich hab dann einfach den Schluß nochmal gelesen und bin ziemlich sicher, daß jetzt alles so ist, wie es sein sollte. Es gab Stellen, an denen ich mich vor mir selbst erschreckt habe - das ist gut. Da bin ich mir auch ziemlich sicher, daß die funktionieren. Wenn die mich sogar noch schocken können, klappt das beim Leser auch.
Irgendwie ist diese Geschichte etwas Besonderes. Schade, daß ich selbst nicht beurteilen kann, ob sie spannend ist. Auf jeden Fall beantwortet sie die Frage, wie man sich wohl fühlt, wenn man weiß, daß ein Serienmörder hinter einem her ist. Gruselig!
Jetzt kann ich beruhigt wieder für meine Klausuren lernen. Das war gute Arbeit!
Dienstag, 27. Juli 2010
Motivation und Konzentration schlürfen zusammen Cocktails ...
... auf Hawaii. Dieser Eintrag hat so lange auf sich warten lassen, weil garantiert niemand wissen möchte, wie ich gerade für meine Klausuren lerne. Oder doch?
Letzte Woche habe ich schon Medienpsychologie hinter mich gebracht, gerade mache ich eine Lernpause von Media Engineering (morgen) und morgen lerne ich dann für Informationsmanagement (übermorgen).
Wie war das noch? "Bachelor - ich schreibe gerne 37 Klausuren in 5 Tagen!"
So ist es. Mitte August schreibe ich 3 Klausuren an 3 Tagen, darauf freue ich mich auch schon sehr.
/ironie off
Jedenfalls ist das der Grund, warum hier gerade tote Hose ist. Das wahre Leben holt den Autor ein und verlangt sein Recht.
Wenigstens passiert jetzt nicht das, was regelmäßig sonst während der Klausurphasen passiert ist - ein Anfall von Kreativität und Schreibwahn. "Himmelsfeuer" ist zum Großteil während der Klausurphase des ersten Semesters entstanden und an "Am Abgrund seiner Seele" hab ich während der letzten gearbeitet. Schön
Das heißt aber alles nicht, daß ich gerade nur lerne.
Ich habe mir "Am Abgrund seiner Seele" ausgedruckt und lese es gerade einfach mal runter, wie ich es als Leser tun würde, um festzustellen, wo noch Nachbesserungsbedarf besteht. Außerdem wollte ich mal sehen, wie die letzte Umgestaltung sich ausgewirkt hat ... und ich muß sagen: Ich bin sehr zufrieden.
Allmählich kriegt die Geschichte die Form, die sie immer haben sollte. Die wird gut. Ziemlich gut.
Im September, nach dem Urlaub in England, geht es auf Agentursuche. Mal sehen, was aus meinem Baby wird!
Letzte Woche habe ich schon Medienpsychologie hinter mich gebracht, gerade mache ich eine Lernpause von Media Engineering (morgen) und morgen lerne ich dann für Informationsmanagement (übermorgen).
Wie war das noch? "Bachelor - ich schreibe gerne 37 Klausuren in 5 Tagen!"
So ist es. Mitte August schreibe ich 3 Klausuren an 3 Tagen, darauf freue ich mich auch schon sehr.
/ironie off
Jedenfalls ist das der Grund, warum hier gerade tote Hose ist. Das wahre Leben holt den Autor ein und verlangt sein Recht.
Wenigstens passiert jetzt nicht das, was regelmäßig sonst während der Klausurphasen passiert ist - ein Anfall von Kreativität und Schreibwahn. "Himmelsfeuer" ist zum Großteil während der Klausurphase des ersten Semesters entstanden und an "Am Abgrund seiner Seele" hab ich während der letzten gearbeitet. Schön
Das heißt aber alles nicht, daß ich gerade nur lerne.
Ich habe mir "Am Abgrund seiner Seele" ausgedruckt und lese es gerade einfach mal runter, wie ich es als Leser tun würde, um festzustellen, wo noch Nachbesserungsbedarf besteht. Außerdem wollte ich mal sehen, wie die letzte Umgestaltung sich ausgewirkt hat ... und ich muß sagen: Ich bin sehr zufrieden.
Allmählich kriegt die Geschichte die Form, die sie immer haben sollte. Die wird gut. Ziemlich gut.
Im September, nach dem Urlaub in England, geht es auf Agentursuche. Mal sehen, was aus meinem Baby wird!
Samstag, 17. Juli 2010
Hat jemand meine Motivation gesehen?
Nicht? Schade ... Ich könnte sie gerade nämlich gut brauchen ...
Da rennt sie! Drüben, auf der anderen Straßenseite. Super.
Ganz im Ernst: Die letzten Tage (Wochen!) war es doch zu warm, um irgendetwas Sinnvolles zu tun. Ich habe trotzdem versucht, mich schonmal auf die anstehende Klausurphase vorzubereiten und darüber hinaus bevorzugt nachts irgendwelche Korrekturen gemacht.
Heute habe ich die nächste Überarbeitungsrunde jedoch tagsüber abgeschlossen. Ich war verdammt fleißig - "Am Abgrund seiner Seele" ist nochmal um 15000 Worte gewachsen, obwohl ich heute den Schluß sehr, sehr gründlich eingekürzt und zurechtgeschnipselt habe, denn er war mir immer noch zu lang. Vor allem zu deprimierend.
Es ist vollkommen logisch, daß man nach der Begegnung mit einem Serienmörder nicht bestens gelaunt ist. So war es aber definitiv zuviel.
Ich habe lieber vor dem großen Showdown nochmal einiges ergänzt. So gibt es jetzt etwa eine Verlängerung dort, wo das erste Mordopfer entführt wird. Mir war das alles ja noch nicht böse genug!
Aber wenn man eine Idylle haben möchte, die man einreißen will, muß man sie erst mal erschaffen. Deshalb gibt es jetzt einen Besuch auf dem Weihnachtsmarkt - wer wußte, daß es in England Weihnachtsmärkte gibt? Ja, die werden fleißig kopiert. Wirklich wahr.
Dann habe ich noch das eine oder andere blutige Detail eingefügt, das ich mich vorher nicht hinzuschreiben wagte ... Es sei übrigens angemerkt, ich bin kein Freund von "Gewalt um ihrer Selbst willen". Das hat schon alles einen Sinn.
Außerdem habe ich mir gedacht, daß einige "Neben"figuren zuwenig zu tun haben. Christopher kommt öfter vor, genau wie Jack, Rachel und Sarah. Vor allem aber hat Gregory mehr zu tun: Der darf einen übereifrigen Reporter beinahe in Stücke reißen. Betrinken darf er sich auch.
Und jetzt will ich nichts mehr davon hören, daß mit ihm nichts los sei. Da ist eine ganze Menge los!
Krimi- und Rahmenhandlung sind jetzt besser ineinander verzahnt. Alles, was passiert, hat irgendeinen Sinn - und an der Suspense-Schraube wird fleißigst gedreht. Anfangs ist Andrea fröhlich, frisch verliebt und glücklich. Sie ist nur ein bißchen paranoid, weil irgendwo ein Irrer rumläuft.
Solange, bis der ihr zu nah kommt. Ab da macht er sich fleißig daran, ihr Leben zu zerstören.
Ich muß sagen, ich bin inzwischen ganz zufrieden. Mal gucken, was die nächste Überarbeitung ergibt - spätestens in England ist die an der Reihe. Man muß ja vor Ort gucken, wie das alles aussieht!
Da rennt sie! Drüben, auf der anderen Straßenseite. Super.
Ganz im Ernst: Die letzten Tage (Wochen!) war es doch zu warm, um irgendetwas Sinnvolles zu tun. Ich habe trotzdem versucht, mich schonmal auf die anstehende Klausurphase vorzubereiten und darüber hinaus bevorzugt nachts irgendwelche Korrekturen gemacht.
Heute habe ich die nächste Überarbeitungsrunde jedoch tagsüber abgeschlossen. Ich war verdammt fleißig - "Am Abgrund seiner Seele" ist nochmal um 15000 Worte gewachsen, obwohl ich heute den Schluß sehr, sehr gründlich eingekürzt und zurechtgeschnipselt habe, denn er war mir immer noch zu lang. Vor allem zu deprimierend.
Es ist vollkommen logisch, daß man nach der Begegnung mit einem Serienmörder nicht bestens gelaunt ist. So war es aber definitiv zuviel.
Ich habe lieber vor dem großen Showdown nochmal einiges ergänzt. So gibt es jetzt etwa eine Verlängerung dort, wo das erste Mordopfer entführt wird. Mir war das alles ja noch nicht böse genug!
Aber wenn man eine Idylle haben möchte, die man einreißen will, muß man sie erst mal erschaffen. Deshalb gibt es jetzt einen Besuch auf dem Weihnachtsmarkt - wer wußte, daß es in England Weihnachtsmärkte gibt? Ja, die werden fleißig kopiert. Wirklich wahr.
Dann habe ich noch das eine oder andere blutige Detail eingefügt, das ich mich vorher nicht hinzuschreiben wagte ... Es sei übrigens angemerkt, ich bin kein Freund von "Gewalt um ihrer Selbst willen". Das hat schon alles einen Sinn.
Außerdem habe ich mir gedacht, daß einige "Neben"figuren zuwenig zu tun haben. Christopher kommt öfter vor, genau wie Jack, Rachel und Sarah. Vor allem aber hat Gregory mehr zu tun: Der darf einen übereifrigen Reporter beinahe in Stücke reißen. Betrinken darf er sich auch.
Und jetzt will ich nichts mehr davon hören, daß mit ihm nichts los sei. Da ist eine ganze Menge los!
Krimi- und Rahmenhandlung sind jetzt besser ineinander verzahnt. Alles, was passiert, hat irgendeinen Sinn - und an der Suspense-Schraube wird fleißigst gedreht. Anfangs ist Andrea fröhlich, frisch verliebt und glücklich. Sie ist nur ein bißchen paranoid, weil irgendwo ein Irrer rumläuft.
Solange, bis der ihr zu nah kommt. Ab da macht er sich fleißig daran, ihr Leben zu zerstören.
Ich muß sagen, ich bin inzwischen ganz zufrieden. Mal gucken, was die nächste Überarbeitung ergibt - spätestens in England ist die an der Reihe. Man muß ja vor Ort gucken, wie das alles aussieht!
Donnerstag, 8. Juli 2010
Auf in die nächste Runde!
Ein wenig muß ich mich immer noch darüber wundern, daß Überarbeiten mir neuerdings Spaß macht. So ist es aber. Die sprachliche Entrümpelung habe ich Montag abgeschlossen und dann ein massives Brainstorming gestartet, um mir zu überlegen, was jetzt noch alles geändert werden muß. Dazu habe ich mir eine Szenenübersicht ausgedruckt und auch so lustige Dinge gemacht wie Wörterzählen. Ich bin bei knapp über 100 000, das ist ganz gut - überraschend nur, daß die Szenen, die nur vom Killer erzählten, gerade mal auf 5000 Worte kommen. Sehr merkwürdig. Da muß dringend mehr her.
Man merkt einfach noch, daß die Geschichte ursprünglich anders konzipiert war. Ich sehe, welche Szenen später neugeschrieben wurden und welche nicht. Das ist nicht gut! Manche Szenen erscheinen mir regelrecht fragmentarisch.
Ich habe mir jetzt überlegt, den Figuren noch mehr Hintergrund zu verleihen und die Liebesgeschichte zwischen Andrea und Gregory in Kontrast zu dem zu setzen, was mein Mörder da eigentlich so treibt.
Vor allem geht das alles noch viel böser und dramatischer
Vorgestern und gestern war ich leider überhaupt nicht produktiv, jetzt aber schon. Die Hitze macht es einem aber auch nicht gerade leicht.
Aber es wird. Die Nebenfiguren bekommen alle noch ihre Momente. Vor allem habe ich mir überlegt, daß Gregory sich mal betrinken gehen wird. Er muß sich einfach mal danebenbenehmen.
Mal sehen, ob ich nach dieser Überarbeitung irgendwann mal zufrieden sein werde ... kann nicht der Perfektionist in mir mal Urlaub machen? Oder sich in die Sonne legen und dort rösten? Gelegenheit hätte er jetzt.
Er darf aber gern auch morgen oder übermorgen auf den Grill oder am Samstag unsere Nationalelf heimsuchen. Das wären alles Möglichkeiten!
Man merkt einfach noch, daß die Geschichte ursprünglich anders konzipiert war. Ich sehe, welche Szenen später neugeschrieben wurden und welche nicht. Das ist nicht gut! Manche Szenen erscheinen mir regelrecht fragmentarisch.
Ich habe mir jetzt überlegt, den Figuren noch mehr Hintergrund zu verleihen und die Liebesgeschichte zwischen Andrea und Gregory in Kontrast zu dem zu setzen, was mein Mörder da eigentlich so treibt.
Vor allem geht das alles noch viel böser und dramatischer
Vorgestern und gestern war ich leider überhaupt nicht produktiv, jetzt aber schon. Die Hitze macht es einem aber auch nicht gerade leicht.
Aber es wird. Die Nebenfiguren bekommen alle noch ihre Momente. Vor allem habe ich mir überlegt, daß Gregory sich mal betrinken gehen wird. Er muß sich einfach mal danebenbenehmen.
Mal sehen, ob ich nach dieser Überarbeitung irgendwann mal zufrieden sein werde ... kann nicht der Perfektionist in mir mal Urlaub machen? Oder sich in die Sonne legen und dort rösten? Gelegenheit hätte er jetzt.
Er darf aber gern auch morgen oder übermorgen auf den Grill oder am Samstag unsere Nationalelf heimsuchen. Das wären alles Möglichkeiten!
Sonntag, 4. Juli 2010
In der Hitze der Nacht II
Ich sitze hier bei weit geöffneten Fenstern (endlich unter 30 Grad!) und überarbeite noch. Es ist nämlich ganz schön hart, das in der Bruthitze zu versuchen, die uns in den letzten Tagen das Leben schwergemacht hat. Da war höchstens Fußballgucken drin.
Mir ist klar, daß es bei dieser Überarbeitung nicht bleiben wird. Ich habe die Stellen markiert, die ich nach dem Urlaub überarbeiten muß - vielleicht währenddessen, denn warum sollte ich den Laptop eigentlich nicht mitnehmen? Abends im Hotel läßt sich doch bestimmt hervorragend etwas schreiben. Ich weiß, sonst habe ich natürlich gar keine Probleme!
Aber es gibt auch noch andere Dinge, wo ich nochmal ran muß. Sprachlich ist mir das Ganze immer noch zu einfach und auch inhaltlich ist es an manchen Stellen noch etwas oberflächlich.
Allerdings ist auch der Effekt eingetreten, den ich mir erhofft hatte: Die zuerst sorgfältig aufgebaute und kritisch beäugte Idylle, die mir viel zu lang erschien, wird fachgerecht demontiert und ins Gegenteil verkehrt. Erst darf Andrea sich verlieben und glücklich sein und dann zerstört der Serienmörder Stück für Stück ihr Leben, weil er ihr nachstellt und ihr den Schlaf raubt. Das klappt perfekt.
Wenigstens etwas, das ich selbst beurteilen kann. Beim Spannungsbogen hinkt das, denn ich als Autor weiß nun mal eben, wann der Killer um die Ecke kommt. Die Spannung kann ich wirklich nicht beurteilen.
Ich bin mit den Teilen nicht ganz zufrieden, die noch aus der ersten Fassung übriggeblieben sind. Vor allem denke ich, alles sei viel zu simpel, weil man schon ziemlich früh weiß, worauf alles hinausläuft. Allerdings macht das nichts, denn ich bin immer noch für ein paar Überraschungen gut und vielleicht ist ja auch gerade das Wissen um die Gefahr für meine Heldin das, was zum Weiterlesen zwingt.
Könnte das mal jemand außer mir beurteilen?
Mir ist klar, daß es bei dieser Überarbeitung nicht bleiben wird. Ich habe die Stellen markiert, die ich nach dem Urlaub überarbeiten muß - vielleicht währenddessen, denn warum sollte ich den Laptop eigentlich nicht mitnehmen? Abends im Hotel läßt sich doch bestimmt hervorragend etwas schreiben. Ich weiß, sonst habe ich natürlich gar keine Probleme!
Aber es gibt auch noch andere Dinge, wo ich nochmal ran muß. Sprachlich ist mir das Ganze immer noch zu einfach und auch inhaltlich ist es an manchen Stellen noch etwas oberflächlich.
Allerdings ist auch der Effekt eingetreten, den ich mir erhofft hatte: Die zuerst sorgfältig aufgebaute und kritisch beäugte Idylle, die mir viel zu lang erschien, wird fachgerecht demontiert und ins Gegenteil verkehrt. Erst darf Andrea sich verlieben und glücklich sein und dann zerstört der Serienmörder Stück für Stück ihr Leben, weil er ihr nachstellt und ihr den Schlaf raubt. Das klappt perfekt.
Wenigstens etwas, das ich selbst beurteilen kann. Beim Spannungsbogen hinkt das, denn ich als Autor weiß nun mal eben, wann der Killer um die Ecke kommt. Die Spannung kann ich wirklich nicht beurteilen.
Ich bin mit den Teilen nicht ganz zufrieden, die noch aus der ersten Fassung übriggeblieben sind. Vor allem denke ich, alles sei viel zu simpel, weil man schon ziemlich früh weiß, worauf alles hinausläuft. Allerdings macht das nichts, denn ich bin immer noch für ein paar Überraschungen gut und vielleicht ist ja auch gerade das Wissen um die Gefahr für meine Heldin das, was zum Weiterlesen zwingt.
Könnte das mal jemand außer mir beurteilen?
Dienstag, 29. Juni 2010
Relikte aus der Vergangenheit
Ich habe heute etwas geschrieben. Eigentlich überarbeite ich ja, aber heute habe ich eine klitzekleine Szene hinzugefügt, und zwar mit dem Killer. Am Anfang der Geschichte gab es an einer Stelle mal keinen Wechsel zwischen seinen und Andreas Szenen und das hat mir überhaupt nicht gepaßt.
Das ist jetzt noch einer der netteren Parts aus dem Stück:
Es befriedigte ihn, zu wissen, daß ganz Norwich ihn fürchtete. Endlich besaß etwas in seinem Leben Bedeutung. Wenigstens das.
Er brauchte mehr davon. Unruhig saß er vor dem Computer und ging hastig die Fotos durch. Nicht passend. Er suchte nach ganz bestimmten Mädchen. Es mußte so sein.
Vorhin im Gespräch habe ich mich daran erinnert, daß es in der Ursprungsfassung der Geschichte, die noch als Fortsetzung von "2017" konzipiert gewesen war, ein Mordopfer weniger gab. Caroline mußte nicht sterben.
Warum ich das geändert habe? Weil es absoluter Käse war, die Folgen zu beschreiben. Ich habe das komplett ausgefochten und auch in der umgeschriebenen ersten neuen Fassung, die "Am Abgrund seiner Seele" als eigenständige Geschichte emanzipiert hat, stand das alles noch drin - wenn auch gekürzt.
Aber es ist irgendwie nicht so nett, zu beschreiben, wie es jemandem geht, den ein sadistischer Serienkiller beinahe in Stücke gerissen hat. Das an sich wäre nicht unbedingt das Problem, aber es war ein einziges Jammertal und paßte einfach nicht. Deshalb ist Caroline jetzt doch tot. Kein Jammertal mehr.
Manchmal trifft man doch rein pragmatische Entscheidungen: Könnte den Leser langweilen? Raus!
Davon abgesehen habe ich die zweite Version des Prologs gefunden. Die im Moment aktuelle Fassung ist ziemlich harmlos. Ich beschreibe erst mal ausführlich das Sumpfgebiet der Broads um Norwich, um dann ein vom Baum fallendes Blatt auf die Reise zur ersten Wasserleiche zu schicken. Am Ende wird es dann ein bißchen morbide, aber okay. Das tut dem Leser nicht weh.
Version 2 tut dem Leser aber weh. Genau das beschäftigt mich nun gerade. Es geht um dasselbe Mordopfer - allerdings auch genau um den Mord. Ich beschreibe da ziemlich haarklein aus der Sicht des Killers, wie schön er es doch findet, jemanden zu erwürgen ...
Da stehen dann auch so Sätze wie: Er merkte gar nicht, wie sie unter ihm starb, weil er es zu sehr genoß.
Jetzt überlege ich gerade, ob das als Schocker am Anfang schlecht oder gerade gut ist. Denn wer das nicht verkraftet, ist in der ganzen Geschichte falsch. Außerdem ist die aktuelle Fassung auch gut ...
Schwierige Sache!
Das ist jetzt noch einer der netteren Parts aus dem Stück:
Es befriedigte ihn, zu wissen, daß ganz Norwich ihn fürchtete. Endlich besaß etwas in seinem Leben Bedeutung. Wenigstens das.
Er brauchte mehr davon. Unruhig saß er vor dem Computer und ging hastig die Fotos durch. Nicht passend. Er suchte nach ganz bestimmten Mädchen. Es mußte so sein.
Vorhin im Gespräch habe ich mich daran erinnert, daß es in der Ursprungsfassung der Geschichte, die noch als Fortsetzung von "2017" konzipiert gewesen war, ein Mordopfer weniger gab. Caroline mußte nicht sterben.
Warum ich das geändert habe? Weil es absoluter Käse war, die Folgen zu beschreiben. Ich habe das komplett ausgefochten und auch in der umgeschriebenen ersten neuen Fassung, die "Am Abgrund seiner Seele" als eigenständige Geschichte emanzipiert hat, stand das alles noch drin - wenn auch gekürzt.
Aber es ist irgendwie nicht so nett, zu beschreiben, wie es jemandem geht, den ein sadistischer Serienkiller beinahe in Stücke gerissen hat. Das an sich wäre nicht unbedingt das Problem, aber es war ein einziges Jammertal und paßte einfach nicht. Deshalb ist Caroline jetzt doch tot. Kein Jammertal mehr.
Manchmal trifft man doch rein pragmatische Entscheidungen: Könnte den Leser langweilen? Raus!
Davon abgesehen habe ich die zweite Version des Prologs gefunden. Die im Moment aktuelle Fassung ist ziemlich harmlos. Ich beschreibe erst mal ausführlich das Sumpfgebiet der Broads um Norwich, um dann ein vom Baum fallendes Blatt auf die Reise zur ersten Wasserleiche zu schicken. Am Ende wird es dann ein bißchen morbide, aber okay. Das tut dem Leser nicht weh.
Version 2 tut dem Leser aber weh. Genau das beschäftigt mich nun gerade. Es geht um dasselbe Mordopfer - allerdings auch genau um den Mord. Ich beschreibe da ziemlich haarklein aus der Sicht des Killers, wie schön er es doch findet, jemanden zu erwürgen ...
Da stehen dann auch so Sätze wie: Er merkte gar nicht, wie sie unter ihm starb, weil er es zu sehr genoß.
Jetzt überlege ich gerade, ob das als Schocker am Anfang schlecht oder gerade gut ist. Denn wer das nicht verkraftet, ist in der ganzen Geschichte falsch. Außerdem ist die aktuelle Fassung auch gut ...
Schwierige Sache!
Montag, 28. Juni 2010
It's correction time!
Wenn ich jetzt sagen würde: "mir ist warm", würde ich wohl niemandem etwas Überraschendes erzählen. Allerdings ist es noch nicht so warm, daß ich hier Siesta halten müßte, weil ich nichts mehr machen könnte. Bis zur Klausurphase und vor allem zum Englandurlaub eine neue Geschichte ausdenken und schreiben ist ziemlich unsinnig, deshalb habe ich mich jetzt dazu entschieden, "Am Abgrund seiner Seele" zu überarbeiten. Daß ich die Geschichte geschrieben habe, ist ein halbes Jahr her, deshalb kann man darüber jetzt mal nachdenken.
Ich packe den Sprachhammer aus und haue die Unebenheiten platt ... könnte man sagen. Jetzt sehe ich die wenigstens. Es geht im Augenblick hauptsächlich um sprachliche Überarbeitung. Mal sehen, was ich inhaltlich noch ergänze, wenn ich erst mal am Ort des Geschehens war.
Ob ich zufrieden bin, weiß ich noch nicht so ganz. Die Geschichte hatte aber durchaus schon ihre Momente.
Genial fand ich heute das hier:
Das alles verhinderte jedoch nicht, daß sich dieselben Traumbilder in meinen Schlaf schlichen, die mich so oft quälten und das Gefühl wieder lebendig werden ließen, das ich empfunden hatte, als es geschehen war. Ich sah mich, wie ich zu Hause vor dem Fernseher saß und wartete. Es war bereits spät, mindestens zwei Uhr nachts. Ich hörte noch das Klingeln an der Haustür, sah mich aufstehen und die Haustür öffnen.
„Wir haben leider eine traurige Nachricht für Sie.“
Eine traurige Nachricht. Desaster traf es eher. Mein Leben war nicht mehr dasselbe, seit die beiden Polizeibeamten mir vom Tod meines Vaters und meines Bruders berichtet hatten. Meine Mutter war noch in der Nacht während der Notoperation gestorben. Meine ganze Familie war tot. Einfach so.
Christian war am nächsten Tag mit mir zum Unfallort gefahren. Das Wrack, das einmal das Auto meiner Eltern gewesen war, hatte man bereits abtransportiert, aber überall hatten noch Glassplitter und Metallteile gelegen. Auch vom Auto des anderen Fahrers war außer einigen kläglichen Überresten nichts mehr zu sehen gewesen. Der Baum mußte gefällt werden, hatte aber in diesem Moment, da er noch am Straßenrand gestanden hatte, deutliche Spuren des gewaltigen Aufpralls gezeigt.
Als ich vor den Scherben der Autoscheiben gestanden hatte, hatte ich auch auf die Scherben meines bisherigen Lebens geblickt. Dieser Gedanke dröhnte wieder in meinem Kopf, als ich mit Tränen in den Augen aus dem Schlaf hochschrak und erkennen mußte, daß es wirklich passiert war.
Am Ende der Einführungsszene wirkt das einfach richtig gut. Was ich auch sehr mag, sind die Einschübe dessen, was der Täter so treibt. Mir ist aber aufgefallen, daß das noch nicht graphic genug ist, deshalb habe ich da noch etwas ergänzt. Überhaupt ist auch der Perspektivenwechsel sehr gelungen, wobei ich jetzt am Anfang die Ich-Perspektive noch gar nicht sooo interessant finde ... das kommt erst noch.
Gut gefallen hat mir auch, wie eine Täter-Szene und eine mit Andrea ineinandergreifen. Die Stelle hatte ich schon vergessen
Aber es gibt auch lustige Momente:
Sarah, Angela und ich begleiteten die beiden nach draußen, um uns dort zu verabschieden.
„Also bis Mittwoch“, sagte ich mit einem Lächeln.
„Ich hole dich um siebzehn Uhr ab“, versprach Gregory.
„Wie, so lang willst du noch warten?“ lallte Jack auf Deutsch.
Gregory bedachte ihn mit einem mitleidigen Blick. „Hast du etwa keine abgekriegt?“
„Ach, halt bloß die Klappe!“
Für heute muß das reichen ... schließlich kommt gleich FlashForward
Ich packe den Sprachhammer aus und haue die Unebenheiten platt ... könnte man sagen. Jetzt sehe ich die wenigstens. Es geht im Augenblick hauptsächlich um sprachliche Überarbeitung. Mal sehen, was ich inhaltlich noch ergänze, wenn ich erst mal am Ort des Geschehens war.
Ob ich zufrieden bin, weiß ich noch nicht so ganz. Die Geschichte hatte aber durchaus schon ihre Momente.
Genial fand ich heute das hier:
Das alles verhinderte jedoch nicht, daß sich dieselben Traumbilder in meinen Schlaf schlichen, die mich so oft quälten und das Gefühl wieder lebendig werden ließen, das ich empfunden hatte, als es geschehen war. Ich sah mich, wie ich zu Hause vor dem Fernseher saß und wartete. Es war bereits spät, mindestens zwei Uhr nachts. Ich hörte noch das Klingeln an der Haustür, sah mich aufstehen und die Haustür öffnen.
„Wir haben leider eine traurige Nachricht für Sie.“
Eine traurige Nachricht. Desaster traf es eher. Mein Leben war nicht mehr dasselbe, seit die beiden Polizeibeamten mir vom Tod meines Vaters und meines Bruders berichtet hatten. Meine Mutter war noch in der Nacht während der Notoperation gestorben. Meine ganze Familie war tot. Einfach so.
Christian war am nächsten Tag mit mir zum Unfallort gefahren. Das Wrack, das einmal das Auto meiner Eltern gewesen war, hatte man bereits abtransportiert, aber überall hatten noch Glassplitter und Metallteile gelegen. Auch vom Auto des anderen Fahrers war außer einigen kläglichen Überresten nichts mehr zu sehen gewesen. Der Baum mußte gefällt werden, hatte aber in diesem Moment, da er noch am Straßenrand gestanden hatte, deutliche Spuren des gewaltigen Aufpralls gezeigt.
Als ich vor den Scherben der Autoscheiben gestanden hatte, hatte ich auch auf die Scherben meines bisherigen Lebens geblickt. Dieser Gedanke dröhnte wieder in meinem Kopf, als ich mit Tränen in den Augen aus dem Schlaf hochschrak und erkennen mußte, daß es wirklich passiert war.
Am Ende der Einführungsszene wirkt das einfach richtig gut. Was ich auch sehr mag, sind die Einschübe dessen, was der Täter so treibt. Mir ist aber aufgefallen, daß das noch nicht graphic genug ist, deshalb habe ich da noch etwas ergänzt. Überhaupt ist auch der Perspektivenwechsel sehr gelungen, wobei ich jetzt am Anfang die Ich-Perspektive noch gar nicht sooo interessant finde ... das kommt erst noch.
Gut gefallen hat mir auch, wie eine Täter-Szene und eine mit Andrea ineinandergreifen. Die Stelle hatte ich schon vergessen
Aber es gibt auch lustige Momente:
Sarah, Angela und ich begleiteten die beiden nach draußen, um uns dort zu verabschieden.
„Also bis Mittwoch“, sagte ich mit einem Lächeln.
„Ich hole dich um siebzehn Uhr ab“, versprach Gregory.
„Wie, so lang willst du noch warten?“ lallte Jack auf Deutsch.
Gregory bedachte ihn mit einem mitleidigen Blick. „Hast du etwa keine abgekriegt?“
„Ach, halt bloß die Klappe!“
Für heute muß das reichen ... schließlich kommt gleich FlashForward
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