Genauso fühle ich mich gerade. Schon die ganze Woche. Warum - ich weiß es nicht. An der Erkenntnis arbeite ich noch. Deshalb habe ich mich hier auch bedeckt gehalten: Ich hatte nichts zu erzählen. Nicht wirklich. Oder hätte jemanden täglich interessiert, wie ich an meinem Tagespensum scheitere?
Warum ist mensch schreibblockiert? Ich hatte gleich mehrere Gründe. Erst mal bin ich wetterfühlig wie meine Oma, so daß der Wetterumschwung mich völlig aus der Bahn geworfen hat. Darüber hinaus war auch einfach zuviel los, was mich abgelenkt hat. Job- und Verlagssuche sind ziemlich zermürbend, man hängt in der Warteschleife und wartet auf Rückmeldung aus allen Ecken. Das ist der Konzentration nicht gerade zuträglich.
Herumzusitzen und den ganzen Tag Zeit zu haben allerdings auch nicht, denn wenn das der Fall ist, fang ich überhaupt nie mit Schreiben an. Oder erst um zehn Uhr abends, wenn sowieso schon alles zu spät ist.
Außerdem arbeite ich gerade zum zweiten Mal eine Story um, mit der ich mir im Moment spinnefeind bin. "Eine ehrenwerte Familie" wurde derart umgeplottet, daß sie umbenannt werden wird. Jetzt müßte man nur noch Lust haben, sie auch wirklich umzuschreiben.
Ich hätte aber auch auf nichts anderes Lust ...
Hat jemand ein Rezept gegen ADHS bei Autoren?!
Freitag, 3. Februar 2012
Eichhörnchen auf Crack
Donnerstag, 26. Januar 2012
Teil 2 - Reboot
Daß ich das letzte Mal ernsthaft was geschrieben habe, war am 9. November. Da habe ich "Blutsbande" fertig gestellt.
Dafür sind 2819 Wörter heute ganz gut!
In der Zwischenzeit habe ich Teil 2 bis Teil 7 überarbeitet, weshalb es hier nicht wirklich viele spannende Dinge zu berichten gab... Überarbeiten ist meistens eben staubtrocken.
Ich hab dabei nur eine interessante Sache festgestellt: Die ganze Reihe ist saugut. Die funktioniert so, wie sie da steht.
Bloß Teil 2 fällt da raus. Nichts gegen eine Entführung, aber das Konzept, das ich damals von der Sache hatte, hinkt böse. Die Story entwickelt nicht denselben Sog wie alle anderen.
Und aus genau dem Grunde habe ich mich jetzt entschieden, ihn neu zu schreiben. Am Wochenende hab ich ihn komplett auseinandergerissen und umgeplottet, zu rettende Textstellen kopiert und mich dann heute an die Arbeit gemacht.
"Eine ehrenwerte Familie" soll dramatischer und spannender werden. Und durchaus auch etwas blutiger. Das tut ersteren Punkten wohl nur gut.
Trisha wird nun aus finanziellen Motiven entführt - nicht nur, aber auch. Es ist nicht ein Entführer, sondern es sind mehrere. Und es geht auch diesmal eine ganze Menge schief.
Trisha spürte, wie sie gepackt wurde. Als sie den Kopf in den Nacken legte, sah sie den klaffenden Schlund der geöffneten Tür des kleinen Lieferwagens vor sich und stieß einen erstickten Schrei aus.
„Trisha!“ rief Edmund. Reflexhaft machte er einen Schritt nach vorn, dann knallte es.
Nur weil sie geknebelt war, schrie Trisha nicht gellend laut. Mit geweiteten Augen beobachtete sie, wie Edmund mit leblos starrenden Augen zu Boden ging, während das Blut dem Maskierten hinter ihm in die Augen spritzte. Der Mann fluchte leise.
Edmund! wollte Trisha schreien, als der tote Fahrer auf dem Boden aufschlug.
Ungefähr in dem Kaliber soll es weitergehen. Noch stehen nicht alle Ideen - sich eine gute Geldübergabe auszudenken, ist wirklich nicht so einfach! Aber wir werden sehen.
Letzter Satz für heute: „So ist es. Nun, aber sehen Sie selbst.“
Dafür sind 2819 Wörter heute ganz gut!
In der Zwischenzeit habe ich Teil 2 bis Teil 7 überarbeitet, weshalb es hier nicht wirklich viele spannende Dinge zu berichten gab... Überarbeiten ist meistens eben staubtrocken.
Ich hab dabei nur eine interessante Sache festgestellt: Die ganze Reihe ist saugut. Die funktioniert so, wie sie da steht.
Bloß Teil 2 fällt da raus. Nichts gegen eine Entführung, aber das Konzept, das ich damals von der Sache hatte, hinkt böse. Die Story entwickelt nicht denselben Sog wie alle anderen.
Und aus genau dem Grunde habe ich mich jetzt entschieden, ihn neu zu schreiben. Am Wochenende hab ich ihn komplett auseinandergerissen und umgeplottet, zu rettende Textstellen kopiert und mich dann heute an die Arbeit gemacht.
"Eine ehrenwerte Familie" soll dramatischer und spannender werden. Und durchaus auch etwas blutiger. Das tut ersteren Punkten wohl nur gut.
Trisha wird nun aus finanziellen Motiven entführt - nicht nur, aber auch. Es ist nicht ein Entführer, sondern es sind mehrere. Und es geht auch diesmal eine ganze Menge schief.
Trisha spürte, wie sie gepackt wurde. Als sie den Kopf in den Nacken legte, sah sie den klaffenden Schlund der geöffneten Tür des kleinen Lieferwagens vor sich und stieß einen erstickten Schrei aus.
„Trisha!“ rief Edmund. Reflexhaft machte er einen Schritt nach vorn, dann knallte es.
Nur weil sie geknebelt war, schrie Trisha nicht gellend laut. Mit geweiteten Augen beobachtete sie, wie Edmund mit leblos starrenden Augen zu Boden ging, während das Blut dem Maskierten hinter ihm in die Augen spritzte. Der Mann fluchte leise.
Edmund! wollte Trisha schreien, als der tote Fahrer auf dem Boden aufschlug.
Ungefähr in dem Kaliber soll es weitergehen. Noch stehen nicht alle Ideen - sich eine gute Geldübergabe auszudenken, ist wirklich nicht so einfach! Aber wir werden sehen.
Letzter Satz für heute: „So ist es. Nun, aber sehen Sie selbst.“
Sonntag, 8. Januar 2012
Archäologische Grabungen V
Ich habe auch Gedichte geschrieben. "Gedankengänge" hieß die Sammlung derer, und einige gute Sachen sind durchaus dabei. Das hier ist einer meiner Favoriten.
"Regenwetter" von 2000.
Im Niesel, wie Nebel, verschwimmt der Horizont
alles Grau in Grau.
Tropfen hängen auf kahlen Zweigen
es sieht fast aus wie Tau.
Als ob der Himmel weinen würde
so sieht es fast schon aus.
In diesem Wetter, wo kaum jemand hinaus mag
hält mich nichts im Haus.
Ganz allein bin ich im Dämmerlicht
im nahegelegenen Wald.
Es riecht frisch nach Erde, Matsch auf den Wegen
mir ist gar nicht kalt.
Die Wolken hängen tief und sind dunkel
in Pfützen fallen Tropfen.
Ringe breiten sich auf dem Wasser aus
daß es nie zuende geht, möchte ich hoffen.
Die nervöse Hektik erlahmt
Ruhe breitet sich aus.
Ich bin allein in der Natur
in der Nähe kein Auto, kein Haus.
Der eintönige Regen
spielt eine eigene Melodie.
es regnet in mein Gesicht
es geht mir gut wie nie.
Tropfen fallen in meinen Mund
mich wird man kaum verstehen.
Aber manchmal ist schön diese Einsamkeit
und auch, allein zu gehen.
"Regenwetter" von 2000.
Im Niesel, wie Nebel, verschwimmt der Horizont
alles Grau in Grau.
Tropfen hängen auf kahlen Zweigen
es sieht fast aus wie Tau.
Als ob der Himmel weinen würde
so sieht es fast schon aus.
In diesem Wetter, wo kaum jemand hinaus mag
hält mich nichts im Haus.
Ganz allein bin ich im Dämmerlicht
im nahegelegenen Wald.
Es riecht frisch nach Erde, Matsch auf den Wegen
mir ist gar nicht kalt.
Die Wolken hängen tief und sind dunkel
in Pfützen fallen Tropfen.
Ringe breiten sich auf dem Wasser aus
daß es nie zuende geht, möchte ich hoffen.
Die nervöse Hektik erlahmt
Ruhe breitet sich aus.
Ich bin allein in der Natur
in der Nähe kein Auto, kein Haus.
Der eintönige Regen
spielt eine eigene Melodie.
es regnet in mein Gesicht
es geht mir gut wie nie.
Tropfen fallen in meinen Mund
mich wird man kaum verstehen.
Aber manchmal ist schön diese Einsamkeit
und auch, allein zu gehen.
Samstag, 7. Januar 2012
Archöologische Grabungen IV
Ich weiß noch nicht so ganz, ob ich das nun gut oder schlecht finden soll. Es hat seine Momente, aber andererseits schreit alles in mir: Kürzen! Kürzen! Irrelevant!
Es ist der Anfang einer wirklich kurzen Kurzgeschichte, die ziemlich selbstironisch daherkommt und auch einen ebensolchen Titel trägt.
Nummer vier: "... with this smile on your face" vom 25.5.2000.
Mehr Milch muß rein, sonst ist das eine staubtrockene Pampe. Ohne meine Spezialkräutermischung wäre der Tütenfertigpüree aus dem Supermarkt sowieso nicht eßbar. Gewürze müssen auch noch rein, fällt mir da gerade auf...
Weil ich auf die Schnelle keinen Weg finde, den Rührbesen irgendwo abzulegen, ohne betreffende Stelle so mit Püree zu versehen, stecke ich ihn mir vorne in die Brusttasche meines sowieso schon verdreckten Blaumannes. Vorsichtig nehme ich den Topf vom Herd, natürlich fasse ich die Griffe nicht ohne Handtuch an, das Ding wird ja immer so brüllheiß. Schnell stelle ich ihn auf der Spüle ab und schnappe mir Muskat und Pfeffer. Weil normalerweise nie was rauskommt, hau ich voller Elan auf die Dose und schwupps! lümmelt sich ein Riesenberg Pfeffer im Püree.
„Ach du Scheiße...“ Ich grinse verkniffen und ziehe unsicher die Augenbrauen hoch. Hat ja zum Glück niemand gesehen.
Wenigstens die Kräuter schmecken nicht mehr so intensiv. Hoffe ich zumindest. Ich hab sie ja in den Pott geschmissen, als das Wasser gerade kochte und hab nachher erst die Püreeflocken reingekippt.
Mit dem Muskat bin ich dementsprechend übervorsichtig, und prompt kommt natürlich nichts raus. Als ich nach einer Weile dann doch endlich die gewünschte Menge rausbekommen habe, ist der Püree schon wieder halb kalt.
Genervt rühre ich mehr Milch ein, als mein Vater grinsend hinter mir steht und meint: „Es ist immerhin ein Anfang.“
„Was?“ erwidere ich brummend. „Es funktioniert doch!“
„Jaaaa....“ sagt er gedehnt und bringt die Teller zum Tisch.
Ja prima, denke ich und denke entspannt an meine Kartoffelpüreerettungsaktion, die so aussah, daß ich die Hälfte des Pfeffers wieder rausgeholt und in die Dose zurückbefördert habe...
Es ist der Anfang einer wirklich kurzen Kurzgeschichte, die ziemlich selbstironisch daherkommt und auch einen ebensolchen Titel trägt.
Nummer vier: "... with this smile on your face" vom 25.5.2000.
Mehr Milch muß rein, sonst ist das eine staubtrockene Pampe. Ohne meine Spezialkräutermischung wäre der Tütenfertigpüree aus dem Supermarkt sowieso nicht eßbar. Gewürze müssen auch noch rein, fällt mir da gerade auf...
Weil ich auf die Schnelle keinen Weg finde, den Rührbesen irgendwo abzulegen, ohne betreffende Stelle so mit Püree zu versehen, stecke ich ihn mir vorne in die Brusttasche meines sowieso schon verdreckten Blaumannes. Vorsichtig nehme ich den Topf vom Herd, natürlich fasse ich die Griffe nicht ohne Handtuch an, das Ding wird ja immer so brüllheiß. Schnell stelle ich ihn auf der Spüle ab und schnappe mir Muskat und Pfeffer. Weil normalerweise nie was rauskommt, hau ich voller Elan auf die Dose und schwupps! lümmelt sich ein Riesenberg Pfeffer im Püree.
„Ach du Scheiße...“ Ich grinse verkniffen und ziehe unsicher die Augenbrauen hoch. Hat ja zum Glück niemand gesehen.
Wenigstens die Kräuter schmecken nicht mehr so intensiv. Hoffe ich zumindest. Ich hab sie ja in den Pott geschmissen, als das Wasser gerade kochte und hab nachher erst die Püreeflocken reingekippt.
Mit dem Muskat bin ich dementsprechend übervorsichtig, und prompt kommt natürlich nichts raus. Als ich nach einer Weile dann doch endlich die gewünschte Menge rausbekommen habe, ist der Püree schon wieder halb kalt.
Genervt rühre ich mehr Milch ein, als mein Vater grinsend hinter mir steht und meint: „Es ist immerhin ein Anfang.“
„Was?“ erwidere ich brummend. „Es funktioniert doch!“
„Jaaaa....“ sagt er gedehnt und bringt die Teller zum Tisch.
Ja prima, denke ich und denke entspannt an meine Kartoffelpüreerettungsaktion, die so aussah, daß ich die Hälfte des Pfeffers wieder rausgeholt und in die Dose zurückbefördert habe...
Freitag, 6. Januar 2012
Archäologische Grabungen III
Ich hatte auch als Teenie schon einen Hang zu den Genres, die ich auch heute bediene. Krimi-Ideen hatte ich massenhaft und auch eine für eine Scifi-Geschichte, die mir nie ganz aus dem Kopf gegangen ist. Zwar gelingt es mir einfach nicht, das handschriftliche Konzept wiederzufinden, das bestimmt irgendwo auf dem elterlichen Dachboden versumpft ist. Aber ich habe zumindest noch eine Inhaltsangabe und die ersten paar Seiten.
Teil 3: Die Inhaltsangabe zu "Die Erdenuhr schlägt zwölf" vom 5.7.1999.
2038. Es gibt keine Staatsgrenzen mehr, man kann binnen Sekunden auf der anderen Seite der Erde sein, Aids ist heilbar, doch die Umwelt auf schlimmste Art und Weise zerstört. Man weiß, daß das Essen in einigen Jahren knapp werden könnte und es leben zehn Milliarden Menschen auf der Erde.
Mitten in der fortschrittlichen Gesellschaft des Kontinentes Eurasien lebt die 14jährige Anne mit ihrer Familie als eine der wenigen Menschen nicht im städtischen Raum, sondern auf dem Land. Sie besucht die Schule per Internet, lebt aber ansonsten kaum anders als zu Ende des letzten Jahrtausends und ahnt zusammen mit ihrem 15jährigen Freund Bastian, der sich ebenfalls gut mit Wetter und Natur auskennt, daß es nicht mehr lange so weitergehen wird.
Die Katastrophe naht, denken sie, und sie haben recht. Es dauert nicht mehr lange, bis die Erde schier zu explodieren scheint: Vulkane brechen aus, Tornados verwüsten ganze Landstriche überall, Flutwellen überspülen Großteile der Kontinente, Erdbeben und Gewitterstürme verwüsten die Welt, Millionen Menschen sterben. Der jüngste Tag scheint gekommen, doch dann passiert, was niemand geglaubt hätte...
Teil 3: Die Inhaltsangabe zu "Die Erdenuhr schlägt zwölf" vom 5.7.1999.
2038. Es gibt keine Staatsgrenzen mehr, man kann binnen Sekunden auf der anderen Seite der Erde sein, Aids ist heilbar, doch die Umwelt auf schlimmste Art und Weise zerstört. Man weiß, daß das Essen in einigen Jahren knapp werden könnte und es leben zehn Milliarden Menschen auf der Erde.
Mitten in der fortschrittlichen Gesellschaft des Kontinentes Eurasien lebt die 14jährige Anne mit ihrer Familie als eine der wenigen Menschen nicht im städtischen Raum, sondern auf dem Land. Sie besucht die Schule per Internet, lebt aber ansonsten kaum anders als zu Ende des letzten Jahrtausends und ahnt zusammen mit ihrem 15jährigen Freund Bastian, der sich ebenfalls gut mit Wetter und Natur auskennt, daß es nicht mehr lange so weitergehen wird.
Die Katastrophe naht, denken sie, und sie haben recht. Es dauert nicht mehr lange, bis die Erde schier zu explodieren scheint: Vulkane brechen aus, Tornados verwüsten ganze Landstriche überall, Flutwellen überspülen Großteile der Kontinente, Erdbeben und Gewitterstürme verwüsten die Welt, Millionen Menschen sterben. Der jüngste Tag scheint gekommen, doch dann passiert, was niemand geglaubt hätte...
Donnerstag, 5. Januar 2012
Archäologische Grabungen II
Der zweite Teil der "archäologischen Grabungen" kommt gekürzt, weil ich nicht glaube, daß irgendjemand den brutalen Herzschmerz eines Teenagers in Reinform erträgt. Nicht mal ich, dabei war es mein eigener.
Allerdings hat dieser Text auch so seine Stärken, und die will ich niemandem vorenthalten...
Vorhang auf für "When the love has gone" vom 11.11.1999.
Irgendwas saß ihr im Nacken, das sie fast rennen ließ. Immer wieder kam es hoch, dieses Gefühl des Ekels, am liebsten hätte sie alles laut hinausgeschrien, was sich in ihrem Bauch austobte, mit tonlosen Stimmen schrie.
Der Brechreiz wollte übermäßig werden, doch als sie ihre Schritte noch mehr beschleunigte, ließen sich sämtliche Gefühle einigermaßen kontrollieren.
Ihre Arme schienen gelähmt, als ihr Gehirn ihnen den Befehl geben wollte, sich zum Jackezumachen zu bewegen. Der leichte Wind blies ihr ins Gesicht, eine Ponysträhne strich auf ihrer heißen Stirn hin und her. Trotz des nur sehr sanften Windes zitterte und fror sie, denn er bahnte sich schneidend kalt einen Weg durch den Stoff ihres Pullis.
Die Atmosphäre um sie herum hätte fast schon wie Vorweihnachtszeit gewirkt, wäre es nicht erst November gewesen und es sah noch gar nicht weihnachtlich aus. Kein Fensterbild, keine Lichetketten, aber es war schon stockdunkel, obwohl es erst sechs Uhr waren.
Nur wenige Wolkenfelder waren am Himmel zu sehen, aber umso mehr Sterne und die sehr schmale Sichel des vergangenen Neumondes.
Es roch nach Winter, die Luft war glasklar.
Ihre Gedanken spielten verrückt. Nur weg hier, dachte sie, nur nach Hause in mein Zimmer, Tür zu, Ruhe, Ende, aus. Nur abhauen hier. Nur allein sein.
Alles kam wieder hoch. Jeden Tag dachte sie noch an ihn, kam immer wieder zu dem Schluß, daß es zwar besser, aber trotzdem nicht gut war. In ihre Gedanken verirrte sich zwar seit Wochen nicht mehr das kleinste Gefühl von Liebe, sie dachte nur über ihn und sich nach. Objektiv, sachlich, mit der nötigen Distanz betrachtete sie die Dinge und sah trotzdem nichts.
Es hatte sie so ganz plötzlich auf dem Heimweg beschlichen, dieses Gefühl des Verfolgtwerdens, obwohl weit und breit niemand Böses zu sehen war, genauer gesagt, sogar niemand.
Allein ging sie nach Hause, allein, wieder mal. Allein war sie oft genug. Jetzt, ohne ihn, sowieso wieder.
Jeden gemeinsamen Augenblick vermißte sie, auch wenn nur sehr wenige Momente wirklich schön gewesen waren.
Lachen konnten sie gut gemeinsam, aber wann hatten sie mal geredet. Nie hatte er sie irgendwas Bedeutendes gefragt.
Mehr und mehr kamen ihr diese Monate wie ein Abenteuer vor, durch einen faulen Kompromiß überhaupt zustandegekommen, wie viele Kompromisse nun mal faul sind.
Keine träumenden Seifenblasen mehr von einer gemeinsamen Zukunft, keine Nähe, kein Lächeln mehr, geschweige denn ein Anflug von Zärtlichkeit.
Ihn dieses bisher letzte Mal gesehen zu haben, reichte ihr völlig. Es stieß ihr wieder mal hart auf und der Gedanke an seinen leeren, haltlosen Blick des verdrängten Erkennens ließ Tränen in ihre Augen steigen. Nicht schon wieder diesen Blicken ausgesetzt sein, die keine Blicke mehr waren, sondern nur Löcher in die Luft brannten.
Jetzt wollte sie auch nicht mehr, ihr Herz schrie nicht nach ihm. Sie liebte ihn nicht mehr.
Bei diesem Gedanken verlangsamete sie ihre Schritte auf normale Geschwindigkeit.
Allerdings hat dieser Text auch so seine Stärken, und die will ich niemandem vorenthalten...
Vorhang auf für "When the love has gone" vom 11.11.1999.
Irgendwas saß ihr im Nacken, das sie fast rennen ließ. Immer wieder kam es hoch, dieses Gefühl des Ekels, am liebsten hätte sie alles laut hinausgeschrien, was sich in ihrem Bauch austobte, mit tonlosen Stimmen schrie.
Der Brechreiz wollte übermäßig werden, doch als sie ihre Schritte noch mehr beschleunigte, ließen sich sämtliche Gefühle einigermaßen kontrollieren.
Ihre Arme schienen gelähmt, als ihr Gehirn ihnen den Befehl geben wollte, sich zum Jackezumachen zu bewegen. Der leichte Wind blies ihr ins Gesicht, eine Ponysträhne strich auf ihrer heißen Stirn hin und her. Trotz des nur sehr sanften Windes zitterte und fror sie, denn er bahnte sich schneidend kalt einen Weg durch den Stoff ihres Pullis.
Die Atmosphäre um sie herum hätte fast schon wie Vorweihnachtszeit gewirkt, wäre es nicht erst November gewesen und es sah noch gar nicht weihnachtlich aus. Kein Fensterbild, keine Lichetketten, aber es war schon stockdunkel, obwohl es erst sechs Uhr waren.
Nur wenige Wolkenfelder waren am Himmel zu sehen, aber umso mehr Sterne und die sehr schmale Sichel des vergangenen Neumondes.
Es roch nach Winter, die Luft war glasklar.
Ihre Gedanken spielten verrückt. Nur weg hier, dachte sie, nur nach Hause in mein Zimmer, Tür zu, Ruhe, Ende, aus. Nur abhauen hier. Nur allein sein.
Alles kam wieder hoch. Jeden Tag dachte sie noch an ihn, kam immer wieder zu dem Schluß, daß es zwar besser, aber trotzdem nicht gut war. In ihre Gedanken verirrte sich zwar seit Wochen nicht mehr das kleinste Gefühl von Liebe, sie dachte nur über ihn und sich nach. Objektiv, sachlich, mit der nötigen Distanz betrachtete sie die Dinge und sah trotzdem nichts.
Es hatte sie so ganz plötzlich auf dem Heimweg beschlichen, dieses Gefühl des Verfolgtwerdens, obwohl weit und breit niemand Böses zu sehen war, genauer gesagt, sogar niemand.
Allein ging sie nach Hause, allein, wieder mal. Allein war sie oft genug. Jetzt, ohne ihn, sowieso wieder.
Jeden gemeinsamen Augenblick vermißte sie, auch wenn nur sehr wenige Momente wirklich schön gewesen waren.
Lachen konnten sie gut gemeinsam, aber wann hatten sie mal geredet. Nie hatte er sie irgendwas Bedeutendes gefragt.
Mehr und mehr kamen ihr diese Monate wie ein Abenteuer vor, durch einen faulen Kompromiß überhaupt zustandegekommen, wie viele Kompromisse nun mal faul sind.
Keine träumenden Seifenblasen mehr von einer gemeinsamen Zukunft, keine Nähe, kein Lächeln mehr, geschweige denn ein Anflug von Zärtlichkeit.
Ihn dieses bisher letzte Mal gesehen zu haben, reichte ihr völlig. Es stieß ihr wieder mal hart auf und der Gedanke an seinen leeren, haltlosen Blick des verdrängten Erkennens ließ Tränen in ihre Augen steigen. Nicht schon wieder diesen Blicken ausgesetzt sein, die keine Blicke mehr waren, sondern nur Löcher in die Luft brannten.
Jetzt wollte sie auch nicht mehr, ihr Herz schrie nicht nach ihm. Sie liebte ihn nicht mehr.
Bei diesem Gedanken verlangsamete sie ihre Schritte auf normale Geschwindigkeit.
Mittwoch, 4. Januar 2012
Archäologische Grabungen I
Meinen ersten Computer habe ich 1995 bekommen, da war ich 9. Ein PowerMac mit dem Betriebssystem 7. Den gibt's inzwischen nicht mehr, dafür aber seinen Nachfolger - und auf dem habe ich wahre Schätze entdeckt!
Auf der Festplatte habe ich meine alten Texte gefunden. Die Bücher, die aber auch in ausgedruckter Fassung noch vorhanden sind und die mich deshalb nicht interessiert haben. Viel interessanter waren da die Kurzgeschichtensammlung "Alltag in Zeitlupe", die Gedichtsammlung und die Konzepte für Bücher, aus denen nie was geworden ist.
Teilweise sind da tolle, richtig tolle Sachen bei. Teilweise auch nur haarsträubender Schrott, aber das sieht man einer pubertierenden 14jährigen vielleicht nach
Die guten Sachen möchte ich hier jedoch zeigen. Den Anfang macht "Blau wie Tinte" vom 24.10.1999.
Wo ist er, sein sanftes Lächeln, die tiefe warme Stimme und die beschützende Umarmung?
Nicht hier, das war alles, was sie wußte. Und was wußte sie schon.
Als würde alles um sie herum in Zeitlupe ablaufen, so gelähmt fühlte sie sich und ihre dunklen Augen starrten haltlos in die Luft.
Wann sehe ich ihn nur wieder? Wann darf ich wieder seine Wärme spüren, seine Liebe und Zärtlichkeit?
Wenn das Gehirn zerspringt vor - unbeschreiblich einfach, das Gefühl dieser ersehnten Wärme und Erfüllung, so euphorisierend.
Sehnsucht nach Verlangen, Verlangen nach Sehnsucht.
Komm her und halt mich fest, umarme mich, ich will nicht mehr allein sein, sehnsüchtig davon träumen, denn ohne dich geht das alles ja nicht. Noch einen ganzen Tag, bis du zu mir kommst. Unendlich lang wird er sein.
Ich wünsche es mir so sehr, ich sehne mich so danach, nach diesem Gefühl und der Wärme, die nie enden soll. So habe ich es mir gewünscht, zuletzt, vorher weniger. Aber dann, so intensiv und bedingungslos, wie etwas nur sein kann. Und nichts kann so schön sein.
Wenn es nicht im Augenblick so ist - ich kann mich nicht mehr an das Gefühl erinnern, wenn ich es nicht wahrnehme. Wenn ich ihn nicht rieche, ihn spüre, in seine Augen schaue. Blau wie Tinte sind sie, unendlich tief wie ein Brunnen, sein Gesicht so schön.
Seine kräftigen Arme umarmen mich so schützend, sein Streicheln über meinen Kopf so lieb, jede Berührung heißkalt.
Das Verlangen nach seiner Gegenwart frißt mich noch auf und es ist die Hölle.
Zwei Minuten sind vergangen.
Auf der Festplatte habe ich meine alten Texte gefunden. Die Bücher, die aber auch in ausgedruckter Fassung noch vorhanden sind und die mich deshalb nicht interessiert haben. Viel interessanter waren da die Kurzgeschichtensammlung "Alltag in Zeitlupe", die Gedichtsammlung und die Konzepte für Bücher, aus denen nie was geworden ist.
Teilweise sind da tolle, richtig tolle Sachen bei. Teilweise auch nur haarsträubender Schrott, aber das sieht man einer pubertierenden 14jährigen vielleicht nach
Die guten Sachen möchte ich hier jedoch zeigen. Den Anfang macht "Blau wie Tinte" vom 24.10.1999.
Wo ist er, sein sanftes Lächeln, die tiefe warme Stimme und die beschützende Umarmung?
Nicht hier, das war alles, was sie wußte. Und was wußte sie schon.
Als würde alles um sie herum in Zeitlupe ablaufen, so gelähmt fühlte sie sich und ihre dunklen Augen starrten haltlos in die Luft.
Wann sehe ich ihn nur wieder? Wann darf ich wieder seine Wärme spüren, seine Liebe und Zärtlichkeit?
Wenn das Gehirn zerspringt vor - unbeschreiblich einfach, das Gefühl dieser ersehnten Wärme und Erfüllung, so euphorisierend.
Sehnsucht nach Verlangen, Verlangen nach Sehnsucht.
Komm her und halt mich fest, umarme mich, ich will nicht mehr allein sein, sehnsüchtig davon träumen, denn ohne dich geht das alles ja nicht. Noch einen ganzen Tag, bis du zu mir kommst. Unendlich lang wird er sein.
Ich wünsche es mir so sehr, ich sehne mich so danach, nach diesem Gefühl und der Wärme, die nie enden soll. So habe ich es mir gewünscht, zuletzt, vorher weniger. Aber dann, so intensiv und bedingungslos, wie etwas nur sein kann. Und nichts kann so schön sein.
Wenn es nicht im Augenblick so ist - ich kann mich nicht mehr an das Gefühl erinnern, wenn ich es nicht wahrnehme. Wenn ich ihn nicht rieche, ihn spüre, in seine Augen schaue. Blau wie Tinte sind sie, unendlich tief wie ein Brunnen, sein Gesicht so schön.
Seine kräftigen Arme umarmen mich so schützend, sein Streicheln über meinen Kopf so lieb, jede Berührung heißkalt.
Das Verlangen nach seiner Gegenwart frißt mich noch auf und es ist die Hölle.
Zwei Minuten sind vergangen.
Donnerstag, 29. Dezember 2011
Guten Rutsch!
Zwischen Weihnachten und Neujahr hab ich mir mal Überarbeitungs-frei genommen und treffe mich mit Freunden. Das muß auch mal sein. Vor allem kriege ich noch viereckige Buchstabenaugen vom vielen Überarbeiten! Bis zum Ripper bin ich jetzt vorgedrungen, der hatte überraschend wenig Überarbeitungsbedarf. Zwar würde ich ihn rasend gern noch irgendwie strecken, aber ich weiß nicht wie. Hm. Zur ehrenwerten Familie muß ich noch mal zurück, aber das wußte ich schon.
Nächste Woche ist dann Crystal Death an der Reihe, darauf freue ich mich schon. Den hab ich noch nie überarbeitet. Das bedeutet zwar mehr Arbeit, aber auch mehr Spaß. Mag ja keiner immer dasselbe lesen!
Bis dahin wünsche ich jedoch allen einen guten Rutsch!
Nächste Woche ist dann Crystal Death an der Reihe, darauf freue ich mich schon. Den hab ich noch nie überarbeitet. Das bedeutet zwar mehr Arbeit, aber auch mehr Spaß. Mag ja keiner immer dasselbe lesen!
Bis dahin wünsche ich jedoch allen einen guten Rutsch!
Donnerstag, 15. Dezember 2011
Gelesen werden
Unfaßbar, aber wahr: In meinem Autorenforum gibt es ein paar besonders mutige Leute, die sich bereiterklärt haben, meine komplette Thrillerreihe mal probezulesen. Und ich hätte gedacht, daß sich das kein Mensch antun mag. Aber doch... ich bin wirklich platt. Und unfaßbar motiviert!
Habe ich mich doch die letzten Wochen noch mit dem Überarbeiten herumgeärgert, lief es heute auf einmal wie am Schnürchen. Alles nur, weil ich wieder Leser gefunden habe?
Ich habe sogar etwas geschrieben. "Ihre innersten Dämonen" brauchte noch eine extra Szene mit Amy. Nicht Christine, wohlgemerkt ... und ich möchte für ein bißchen Verwirrung mit dieser Szene sorgen.
„Wach auf“, flehte sie mit tränenerstickter Stimme. „Christine kehrt bestimmt gleich zurück. Ich muß mit dir reden! Bitte, Gregory ... Bitte. Es tut mir leid. Ich wünschte, sie würde dir nichts tun. Du bist so ein guter Mensch. Ich wünschte ...“
Sie wünschte, sie hätte auch jemanden wie ihn gehabt, der sie beschützte.
Aber er antwortete immer noch nicht.
Christine stand auf.
Nanu, was ist da los? Amy spricht und Christine steht auf?
Die Frau hat Geheimnisse ... und Andrea kommt ja auch erst am Ende dahinter, welcher Art dieses Geheimnis ist. Eins, das sich noch durch die nächsten beiden Bände zieht.
Jetzt muß ich auf jeden Fall Gas geben mit der Überarbeitung, denn der erste Leser hat die ersten beiden Teile schon durch!
Habe ich mich doch die letzten Wochen noch mit dem Überarbeiten herumgeärgert, lief es heute auf einmal wie am Schnürchen. Alles nur, weil ich wieder Leser gefunden habe?
Ich habe sogar etwas geschrieben. "Ihre innersten Dämonen" brauchte noch eine extra Szene mit Amy. Nicht Christine, wohlgemerkt ... und ich möchte für ein bißchen Verwirrung mit dieser Szene sorgen.
„Wach auf“, flehte sie mit tränenerstickter Stimme. „Christine kehrt bestimmt gleich zurück. Ich muß mit dir reden! Bitte, Gregory ... Bitte. Es tut mir leid. Ich wünschte, sie würde dir nichts tun. Du bist so ein guter Mensch. Ich wünschte ...“
Sie wünschte, sie hätte auch jemanden wie ihn gehabt, der sie beschützte.
Aber er antwortete immer noch nicht.
Christine stand auf.
Nanu, was ist da los? Amy spricht und Christine steht auf?
Die Frau hat Geheimnisse ... und Andrea kommt ja auch erst am Ende dahinter, welcher Art dieses Geheimnis ist. Eins, das sich noch durch die nächsten beiden Bände zieht.
Jetzt muß ich auf jeden Fall Gas geben mit der Überarbeitung, denn der erste Leser hat die ersten beiden Teile schon durch!
Montag, 12. Dezember 2011
Alles nur Einbildung?
Irgendwas mache ich hier beim Überarbeiten nicht richtig. Der Überarbeitungsbedarf, den ich sehe, schwankt je nach Tagesform. Meiner, wohlgemerkt. Ich hab hier meine Szenenübersicht vor mir und hab da Dinge aufgeschrieben, die ich ändern wollte. Und irgendwie seh ich die Sachen jetzt gar nicht mehr so. Dafür sehe ich andere.
Wie blöd ist das denn?! Ich weiß nie, ob die Dinge, die ich sehe, nun wirklich im Text sind oder ob ich mir das alles immer bloß einbilde. Irgendwie ist das nicht gut!
Dafür hab ich heute aber festgestellt, daß sich meine bisherigen Änderungen gut in den Text einfügen. Ich bin auch recht weit gekommen. Nur habe ich noch nicht das Gefühl, das hier abschließend richtig zu machen.
Hm. Wenn ich danach den "Ripper" anfange, mache ich das anders. Dann wird erst mal gelesen, Anmerkungen gemacht und die ackere ich dann durch. Erst inhaltlich, dann sprachlich. Eigentlich weiß ich, daß solche Ordnung hilft, nur halte ich mich nie dran.
Hat mal jemand tolle Überarbeitungs-Tips??
Wie blöd ist das denn?! Ich weiß nie, ob die Dinge, die ich sehe, nun wirklich im Text sind oder ob ich mir das alles immer bloß einbilde. Irgendwie ist das nicht gut!
Dafür hab ich heute aber festgestellt, daß sich meine bisherigen Änderungen gut in den Text einfügen. Ich bin auch recht weit gekommen. Nur habe ich noch nicht das Gefühl, das hier abschließend richtig zu machen.
Hm. Wenn ich danach den "Ripper" anfange, mache ich das anders. Dann wird erst mal gelesen, Anmerkungen gemacht und die ackere ich dann durch. Erst inhaltlich, dann sprachlich. Eigentlich weiß ich, daß solche Ordnung hilft, nur halte ich mich nie dran.
Hat mal jemand tolle Überarbeitungs-Tips??
(Seite 1 von 20, insgesamt 199 Einträge)
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